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ISO 13485:2016

Qualitätsmanagementsystem-Anforderungen und deren Bedeutung für die Übersetzung

ISO 13485:2016 und die Übersetzung von Medizinproduktedokumentation

ISO 13485:2016 „Medizinprodukte – Qualitätsmanagementsysteme – Anforderungen für regulatorische Zwecke" bildet das Fundament des Qualitätsmanagements in der Medizinprodukteindustrie. Obwohl die Norm keine expliziten Übersetzungsanforderungen formuliert, haben ihre Vorgaben zur Dokumentenlenkung, Lieferantenbewertung und Prozessvalidierung unmittelbare Auswirkungen auf das Management von Übersetzungsprozessen.

Dokumentenlenkung als Schlüsselanforderung

Abschnitt 4.2.4 der ISO 13485 fordert ein dokumentiertes Verfahren zur Lenkung aller Dokumente des Qualitätsmanagementsystems. In der Praxis sind Gebrauchsanweisungen in allen Sprachversionen Teil dieser gelenkten Dokumentation. Jede Sprachversion muss eindeutig identifizierbar sein (z. B. durch Dokumentennummer, Sprachkennung und Revisionsnummer), einen definierten Prüf- und Freigabeprozess durchlaufen haben und bei Änderungen nachvollziehbar aktualisiert werden.

Dies stellt Hersteller, die Produkte in vielen Ländern vertreiben, vor erhebliche organisatorische Herausforderungen. Wenn ein Quelldokument aktualisiert wird, müssen alle Sprachversionen synchron nachgeführt werden – andernfalls entsteht ein Dokumentenlenkungsproblem, das bei Audits beanstandet werden kann.

Aufzeichnungspflichten und Rückverfolgbarkeit

Abschnitt 4.2.5 verlangt die Führung von Aufzeichnungen als Nachweis der Konformität. Im Übersetzungskontext sind relevante Aufzeichnungen beispielsweise:

- Nachweise über die Qualifikation und Kompetenz der eingesetzten Übersetzer - Dokumentation des Vier-Augen-Prinzips (Übersetzung und Korrekturlesen) - Freigabeprotokolle mit Datum und Unterschrift des fachlich Verantwortlichen - Änderungshistorien, die nachvollziehbar machen, welche Textpassagen wann und warum geändert wurden

Diese Aufzeichnungen müssen über den gesamten Lebenszyklus des Produkts aufbewahrt werden – in vielen Fällen bedeutet dies einen Zeitraum von mindestens 10 bis 15 Jahren.

Lieferantenmanagement für Übersetzungsdienstleister

Viele Hersteller lagern Übersetzungen an externe Dienstleister aus. Gemäß Abschnitt 7.4.1 der ISO 13485 unterliegen diese Dienstleister den gleichen Beschaffungsanforderungen wie andere Zulieferer. Der Hersteller muss:

- Dokumentierte Kriterien für die Auswahl und Bewertung von Übersetzungsdienstleistern festlegen - Eine Erstbewertung vor der Beauftragung durchführen - Regelmäßige Neubewertungen vornehmen - Die Ergebnisse der Bewertungen als Aufzeichnungen aufbewahren

In der Praxis bewerten viele Hersteller ihre Übersetzungsdienstleister anhand von Kriterien wie ISO 17100-Zertifizierung, branchenspezifischer Erfahrung, terminologischer Konsistenz und Reaktionsfähigkeit.

Prozessvalidierung im Übersetzungskontext

Abschnitt 7.5.6 fordert die Validierung von Prozessen, deren Ergebnis nicht vollständig durch nachfolgende Prüfung verifiziert werden kann. Der Übersetzungsprozess ist ein Kandidat für diese Anforderung, da eine vollständige Überprüfung aller Sprachversionen durch Muttersprachler mit Fachexpertise in der Praxis kaum realisierbar ist. Eine Prozessvalidierung könnte die Dokumentation der Übersetzungsmethodik, die Qualifikationsanforderungen und die stichprobenhafte Qualitätsprüfung umfassen.

Integration in das CAPA-System

Übersetzungsfehler, die nach dem Inverkehrbringen entdeckt werden, können CAPA-Maßnahmen (Corrective and Preventive Actions) nach Abschnitt 8.5.2 und 8.5.3 der ISO 13485 auslösen. Hersteller sollten Übersetzungsfehler systematisch erfassen, die Grundursache analysieren und geeignete Korrektur- und Vorbeugemaßnahmen umsetzen. Ein häufiges Ergebnis solcher CAPA-Analysen ist die Einführung oder Verbesserung eines Translation-Management-Systems.

Wie ManualWorks die ISO 13485-Konformität unterstützt

ManualWorks wurde unter Berücksichtigung der ISO 13485-Anforderungen entwickelt. Die Plattform bietet vollständige Versionskontrolle, lückenlose Änderungsnachverfolgung, definierbare Freigabeworkflows und eine revisionssichere Archivierung – genau die Funktionen, die Hersteller für ein ISO 13485-konformes Übersetzungsmanagement benötigen. Die integrierte Lieferantenbewertung ermöglicht zudem die Dokumentation und Nachverfolgung externer Übersetzungsdienstleister direkt in der Plattform.

Häufig gestellte Fragen

Müssen Übersetzungen unter der Dokumentenlenkung nach ISO 13485 geführt werden?+

Ja. Jede Sprachversion einer Gebrauchsanweisung ist ein gelenktes Dokument im Sinne der ISO 13485. Das bedeutet, dass jede Sprachversion einen definierten Freigabeprozess durchlaufen, mit einer eindeutigen Versionsnummer versehen und bei Änderungen am Quelldokument synchron aktualisiert werden muss. Die Dokumentenlenkung muss sicherstellen, dass veraltete Versionen zurückgezogen und aktuelle Versionen an den Einsatzorten verfügbar sind.

Wie wirkt sich ISO 13485 auf die Auswahl von Übersetzungsdienstleistern aus?+

ISO 13485 verlangt, dass Lieferanten auf Basis ihrer Fähigkeit ausgewählt werden, konforme Produkte und Dienstleistungen zu liefern. Für Übersetzungsdienstleister bedeutet dies: Der Hersteller muss dokumentierte Auswahlkriterien festlegen (z. B. Zertifizierung nach ISO 17100, Fachkenntnisse im Bereich Medizintechnik, Referenzen), eine Erstbewertung durchführen und eine regelmäßige Neubewertung vornehmen. Die Ergebnisse der Lieferantenbewertung müssen als Aufzeichnungen aufbewahrt werden.

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